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Überblick

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Italien ist ein "hartes" Registrierungsland in dem man eine SIM-Karte mit etwas Geduld vor Ort kaufen muss. D.h. es kommt nur für Italien-Urlauber in Frage, die am besten auch ein paar Brocken italienisch sprechen. Zumal die italienischen SIM-Karten sehr "gesprächig" sind und häufig Werbung, aber auch gute Angebote anpreisen. Daneben haben die auch einige Fallen eingebaut, über die dieser Artikel informiert. Insgesamt sind über italienische Anbieter schon die besten Schnäppchen zu machen mit GB-Preisen ab ca. 0,40 €, sowohl für Daten- als auch für Kombi-SIM-Karten bei mittelgroßen und großen Datenpaketen.

In Italien herrscht ein harter Preiskampf. Es gibt momentan vier Betreiber, wobei die Nr. 3 Wind und Nr. 4 Tre gerade zu WindTre fusioniert haben und - im Gegensatz zu Deutschland - Platz für eine neue Nr. 4 Iliad machten:

  • TIM (Telecom Italia)
  • Vodafone Italia
  • WindTre (W3) (fusioniert aus Wind und 3 (Tre))
  • Iliad (neu 2018 gestartet)

Der folgende Abschnitt gilt für alle 4 aktiven Anbieter und ihre zahlreichen MVNOs. TIM und Vodafone haben die klar besseren Netze in Italien, aber das neu fusionierte WindTre hat die meisten Kunden. Ähnlich wie Telefónica/O2 nach der Fusion mit e-plus in Deutschland garantiert dies aber nicht unbedingt das beste Netz. Die ohnehin schon niedrigen Preise für Daten in Italien sind durch den Start eines vierten Anbieters Iliad seit 2018 nochmals stark unter Druck gekommen.

Alle Angebote mussten 2018 per Verordnung auf komplette Monate umgestellt werden, da der Gesetzgeber gegen die "28 Tage = 1 Monat" Abrechnung vorging. Ein Paket in Italien dauert nun stets so lange wie der Monat, d.h. erneuert sich dann immer am gleichen Tag des Monats, egal wieviele Tage dieser Monat hat.

SIM-Karten-Kauf

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Der Kauf einer italienischen Prepaid-SIM-Karte (ricaricabile) ist schon ein kleines Abenteuer für sich. Man sollte sich vorher genau das Angebot anschauen und dann vor Ort exakt wissen, was man will. Eine SIM-Karte kostet 10-20 €, je nach Anbieter, die größtenteils als Guthaben vorgeladen sind. Wegen der erforderlichen Registrierung bekommt man sie nur vor Ort bei den Netzbetreibern in den Läden (TIM, WIND, 3, Vodafone, Iliad, Tiscali, Fastweb etc.) oder der Post (Postemobile) sowie einige Ethno-Marken in anderen Läden (Lycamobile, Ringo u.a.) oder Supermärkten (Coop Voce).

Bevor man zur Verkaufstelle geht, sollte man seinen Ausweis einstecken, bei Wind oder Tre deren Produkte noch getrennt vertrieben werden, kann man sogar online in den Laden bestellen, was den Preis fixiert. Daneben sollte man sich um eine Codice Fiscale kümmern. Diese Steuernummer kennt in Italien jeder, aber sonstwo niemand, existiert aber auch für Deutsche. Man kann sie aus Namen, Geschlecht, Geburtsdatum und -ort leicht hier selbst erstellen.  Als Geburtsort einfach "Germania" für Deutschland eintragen. Den Ausdruck mit dem generierten Code sollte man mitnehmen. Einige Shops nutzen auch diese Software, um sie zu erstellen; andere wollen dagegen den offiziellen Ausweis sehen, aber zumeist genügt die Angabe seiner so errechneten Codice fiscale und das Vorzeigen eines Ausdrucks.

Man braucht also vor Ort:

  • seinen Ausweis: Personalausweis oder Reisepass
  • seinen vorher generierten Codice fiscale
  • ein paar Euro für die SIM-Karte und die Aktivierungsgebühr
  • jede Menge Zeit (manche Shops verteilen sogar Wartemarken)
  • und eine klare Vorstellung, welchen Tarif man will oder die Bestellung in den Laden z.B. bei Wind

In der Regel findet sich ein Mitarbeiter im Shop, der zumindest etwas englisch kann und man wird von den anderen Angestellten dann zu ihm durchgereicht. Ansonsten reicht auch ein Ausdruck des Angebots aus bzw. die Bestellung und ein paar Fetzen italienisch.

Eine Besonderheit in Italien sind spezielle Tarife für Ausländer. Wenn man auf der SIM-Karte als nicht in Italien gebürtig vermerkt wird, kann man diese Tarife ("solo per stranieri") erhalten. Warum auch immer, sind diese Preise oft nochmals günstiger und können mit den besten Promotions für Italiener mithalten. Man kann allerdings keinen Einheimischen zum deren Kauf vor Ort schicken.

Außer Coop Voce werden keine MVNOs aufgeführt, weil sie inzwischen fast alle eine Volumen-FUP auf Roaming durchführen und dadurch die verfügabare Datenmenge in Deutschland zu italienischen Preisen stark begrenzen.

Auch der neue Betreiber Iliad wird hier nicht aufgelistet. Er verkauft nur monatlich kündbare Verträge wie Free Mobile in Frankreich und Iliad's Roamingvolumen sind auf 3-4 GB pro Monat begrenzt, was kein so gutes Angebot für unseren Zweck darstellt, zumal nur das Telefónica-Netz in 4G geboten wird.

Es folgt nun eine Übersicht der Netzbetreiber und ihrer Angebote, die für eine Roamingnutzung in Frage kommen. Weitere Angebote, die einen Überblick über das italienische Prepaidangebot auch von MVNOs geben, kann man auf Englisch dem Italien-Kapitel des Prepaid Data Wiki entnehmen.

Management der SIM-Karte

Italienische SIM-Karten sind ziemlich geschwätzig. Ständig kommen neue Angebote über Erweiterungspakete oder Aufladeboni. Vieles ist auch nur Werbung, manche Optionen können davon aber durchaus interessant sein und einige Werbung ist auch gar nicht abschaltbar.

Generell setzen die Anbieter dabei weniger auf USSD-Codes, sondern andere grafischere Verwaltungsarten:

  • die Apps der Provider My Wind, My TIM, Area Clienti 3 oder My Vodafone sind zumeist geo-geblockt nur im italienischen Store zu finden. Dies ist aber leicht zu umgehen, wenn man eine italienische SIM-Karte hat (und damit auch eine italienische IP) und der Anleitung auf der Sonderseite dieses Wikis folgt.
  • alternativ kann man auch sein Online-Profil (Area Clienti) auf der Webseite des Providers aufsuchen und dort seine SIM-Karte verwalten. Vorteil ist, dass man die Seite leichter in einen Übersetzer bekommt; Nachteil, dass sie aufwändiger aufzurufen ist.

Italienische SIM-Karten geben zwar gute Preise, sind nicht so flexibel, was die Auf- und Abbuchung von Tarifen betrifft. Man sollte daher am besten seinen Tarifpaket durchlaufen lassen. Stoppt man es, sind bei erneuter Aktivierung wieder Aktivierungsgebühren fällig und läd man einfach nicht auf, fällt der Soll ins Minus, die SIM-Karte ins Koma (passiver Modus) und muss erst aus dem Soll gelöst werden, um später wieder brauchbar zu sein.

Aufladen der SIM-Karte

Eine italienische SIM-Karte aufzuladen ist mit einigen Schwierigkeiten verbunden, weshalb hier näher darauf eingegangen werden soll. TIM und Coop Voce akzeptieren ausländische Kreditkarten auf ihren Webseiten, alle anderen Betreiber wollen ein italienisches Zahlungsmittel sehen. Dies galt bisher auch für PayPal, das ein italienisches PayPal sein musste. User berichten nun davon, dass Wind und Tre nun auch deutsche PayPal Accounts anerkennt und darüber auflädt.

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Daher sollte man zunächst probieren, ob das deutsche PayPal funktioniert. Falls nicht, kann man leicht ein italienisches PayPal einrichten. Dazu nimmt seine italienische SIM (hat damit eine ital. IP-Adresse) und verbindet sich mit der italienischen PayPal Seite. Dort registriert man einen italienischen PayPal Account (wenn man schon einen deutschen hat, dann auf einer andere Email-Adresse) mit einer italienischen Phantasieadresse und gibt seine neue ital. Telefonnummer an, über die der Account verifiziert wird. Das italienische PayPal kann nun ganz normal wie das deutsche mit einer internatl. Kreditkarte verbunden werden oder man transferiert kostenlos Geld vom deutschen PayPal auf das italienische PayPal.

Jedenfalls lassen sich Aufladungen für alle großen ital. Anbieter unter Umgehung teurer Ladeagenturen ohne Aufpreise bewerkstelligen. Meist kann man sie sogar von der App aus machen. So lange man in Italien ist, kann man natürlich vor Ort auch z.B. in Kiosken, Lotto-, Tabakläden oder Supermärkten Ladebons kaufen.

Eigenheiten

Italienische SIM-Karten haben ggü. deutschen bestimmte Eigenheiten:

  • In Italien kann ein Prepaid-Account auch unter Null rutschen, wenn man nicht aufläd und die Optionen einfach weiterlaufen lässt. Im Soll wird sie auf passiv geschaltet. Soll sie später wieder neu benutzt werden, muss man diesen Minus-Soll erst auslösen, was sich dadurch vermeiden lässt, dass man die Optionen per App oder online vorher kündigt.
  • Zubuchoptionen sind meist relativ teuer und auch bei jeder Tarifneuaktivierung wird eine Gebühr erhoben. Daher eignen sich ital. SIM-Karten eher als durchlaufende Basis, statt für einen kurzzeitigen oder punktuellen Einsatz. Man kann daneben aber auch seinen Tarif einige Monate ruhen lassen, indem man ihn einfach nicht aufläd.
  • Alle Anbieter offerieren einen teuren Basis-Tarif ohne monatliche Gebühren, verstecken diesen allerdings sehr. Als Standard wird bei Neuaktivierung zumeist ein kostenpflichtiger Grundtarif gebucht, dem man später manuell in der App oder über den online-Account auf einen kostenfreien wechseln sollte.
  • Bei TIM und Wind/Tre sollte man entweder gleich bei Kauf oder ansonsten später über den Kundendienst (bei TIM über das online Portal) eine Drittanbietersperre einrichten lassen (ital.: blocco de servizi a sovraprezzo). Sonst werden im Hintergrund Bezahldienste unwissentlich aktiviert, die das Guthaben dann auf geradezu mysteriöse Weise aufzehren können.
  • Einige Anbieter haben interessante Treue- bzw. Kundenbindungsprogramme, die Party (TIM) oder Happy (Vodafone) heißen. Die Anmeldung dafür ist kostenlos (außer dem neuen Happy Black von Vodafone) und hohe Boni in Form von Datengeschenken, die auch im Roaming gehen, werden u.a. gestaffelt nach Verweildauer beim Anbieter zur Kundenpflege ausgelobt.

Rufnummernportierung

Wie in vielen Ländern auch besteht in Italien die Möglichkeit der Portierung italienischer Mobilfunknummern von einem ital. Betreiber zu einem anderen. Dies ist international als Mobile Number Portability (MNP) oder in Italien auch als "Porta il Numero" bekannt. Bei einer Nummernportierung bestehen gewisse Vorteile zu Deutschland:

  • die Nummernportierung ist in Italien grundsätzlich kostenlos (ggü. in Deutschland bis 30 € !)
  • die Portierung muss in max. 2-3 Tagen erfolgen
  • man kann auf Antrag das Restguhaben vom alten Betreiber transferieren lassen (kostet so 1-2 €)
  • die Anbieter loben hohe Prämien oder besondere Tarife im italienischen Preiskampf aus, wenn man seine italienische Nummer zu ihnen portiert.

Man muss dazu in einen Shop des neuen Betreibers gehen, seine alte SIM-Karte mit Nummer und SIM-ID (USSID-Nummer) und wie beim Neukauf Ausweis, Codice Fiscale usw. mitbringen und ein Portierungsformular ausfüllen (lassen). Dabei sollte man auf absolute Namensgleichheit achten und die alte Nummer sollte noch geschaltet sein. Wenn alles klappt hat man in so 2-3 Tagen seine alte Nummer beim neuen Betreiber. Bis dahin hat man beim neuen Betreiber kein Netz.

Hier wird der Vorgang nur erwähnt, weil im italienischen Preiskampf die besten Tarife momentan "Operator Attack"-Tarife sind, die nur bei Portierung von einem zum neuen Betreiber erhältlich sind. In kurzfristigen Promotions versuchen so die Anbieter sich Kunden abzujagen. TIM, WindTre und Vodafone legen dabei Aktions-Tarife mit bis zu 100 GB ab 5 € pro Monat auf. Ähnliches gilt für Kundenrückgewinnungs-Angebote, in Italien als "WinBack" vermarktet. Eine aktuelle Übersicht der Aktionen findet man bei MondoMobileWeb. Nun ist diese Prozedur für den normalen Italien-Reisenden wohl sehr kompliziert, denn er braucht erst eine alte ital. SIM, um sie dann zu portieren. Außerdem sind gewisse ital. Sprachkenntnisse hilfreich, um den Prozess zu begleiten, weshalb hier nur auf die Möglichkeit hingewiesen werden soll, die aber für Langzeit-Italienurlauber oder über Freunde/Familie in Italien durchaus in Frage kommt.

Vodafone Italia

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Nach neuesten Netztests hat Vodafone in Italien das beste 4G-Netz. In Deutschland roamt eine italienische Vodafone-SIM natürlich im Vodafone-Netz in 2G, 3G, 4G (und mit einigen Tarifen auch im 5G) und auch im Telekom-Netz in 2G, 3G und 4G, wobei allerdings ein Steering/Priorisierung zu Vodafone herrscht. Außerdem gibts auch noch das Telefonica-Netz, dieses allerdings ohne LTE nur in 2G/3G.

Leider verkauft Vodafone in Italien offiziell seine Produkte zu den höchsten Preisen im Land und zieht die Volumen-FUP offiziell laut Tarifbeschreibung sehr knapp durch. Für 10 € gibt's danach gerade mal 4,7 GB ähnlich wie in Österreich. Nur die unbegrenzten Infinito Tarife haben etwas höhere Grenzen im Ausland. Die genauen Limits können auf dieser Seite nachgeschaut werden: https://www.vodafone.it/portal/Privati/Tariffe-e-Prodotti/Tariffe/Estero/euroroaming

Das macht Vodafone nur noch für Italienreisende interessant, die sich ein Wochenpaket nach Deutschland mitnehmen wollen .Vodafone kommt in 3 verschiedenen Schienen in den Verkauf, die für deutsche Kunden interessant wären. Zunächst gibt es die regulären Tarife, dann die Ausländer-Tarife und schließlich Portierungstarife.

Infinito

Vodafone war der erste Betreiber, der 2019 unbegrenzte Datenflatrates in Italien einführte. Diese Tarife heißen Infinito und unterscheiden sich in den 3 Geschwindigkeitsstufen:

Tarif EU Limits max. Speed Ladepreis Auto-pay Promo
Infinito 18 GB max. 2 Mbit/s 36,99 € 26,99 €
Infinito Gold 20 GB max. 10 Mbit/s 39,99 € 29,99 € 14,99 €
Infinito Black 28 GB LTE Max, 5G 59,99 € 39,99 € 29,99 €

Die Tarife enthalten keine SMS, aber alle eine unbegrenzte Daten- und Gesprächsflat, die auch im EU-Ausland gilt, unbegrenzte Gespräche von Italien ins EU-Ausland, 5G und diverse andere Leistungen. Es hat sich leider herausgestellt, dass Auto-pay, d.h. die Bindung an eine Kreditkarte oder über SEPA-Mandat nicht möglich ist, da eine italienische Karte oder Konto erforderlich ist. Daher müssen Deutsche wohl den Ladepreis zahlen, was dann nicht mehr sehr günstig verglichen mit den anderen Angeboten ist. Ab Februar 2020 sind zumindest die beiden größeren Pläne auch als Promo aufgetaucht, die personalisiert Bestandskunden online oder per App angeboten werden. Dabei ist die Aufladung egal. Die Geschwindigkeitsgrenzen werden auch so im Roaming umgesetzt. Es werden inzwischen die genannten Limits umgesetzt.

C'all Global

Die C'all Global Reihe zielt direkt auf in Italien lebende Migranten. Sie kann in den Vodafone-Läden vor Ort nur von Kunden aktiviert werden, die nicht in Italien geboren wurden. Dazu ist der ausländische Ausweis und der zugehörige Codice fiscale nötig, den auch Ausländer errechnen können (s.o.). Die Aktivierung in Vodafone-Läden kostet ca. 20 €, wovon 10 € als Startguthaben für den Tarif gutgeschrieben werden. Dieser Preis scheint etwas variabel je nach Shop leicht zu variieren.

Leider wird bei der Aktivierung auch gerne kostenpflichtiger Müll mit aktiviert, wie das Sicherheitspaket Secure Net (ital. Rete Sicura) oder das neue kostenpflichtige Treueprogramm Vodafone Happy Black. Man kann alle Optionen über die MyVodafone App kontrollieren, die der deutschen MeinVodafone ähnelt, aber nur in den italienischen Stores (oder für Android hier) zu bekommen ist. Zur Deaktivierung der Optionen muss man jedoch über seinen Online-Account gehen und die gut versteckte Option finden.

Im Jahr 2020 wurde der C'all Global Tarif nochmals erweitert und mit mehr Daten versehen. 2020 wird er als Global Max angeboten:

  • der C'all Global Max mit 70 GB (per Auto-Pay) bzw. 50 GB (bei Aufladung), unbegrenzte Telefonflat und den Chat und VoIP-Pässen (s.u.) für 11,99 €

Im deutschen Roaming werden die Roamingvolumen auf 4,7 GB bzw. 5,7 GB ohne Aufpreise begrenzt. Das Roaming im Vodafone-Netz klappt hervorragend mit sehr niedriger Latenz von unter 50 ms und voller LTE-Geschwindigkeit. Das Einbuchen ins Telekom-Netz ist gegen das Steering dagegen etwas schwerer und hängt auch etwas von verwendeten Endgerät ab. Beide Tarife sind bis auf weiteres gültig bei Neuaktivierungen für Ausländer in Italien. Hat man C'all Global jedoch einmal gekündigt, ist es kaum möglich, ihn wieder zu bekommen ohne erneut nach Italien zu fahren.

Der jeweils zugrunde liegende Basistarif C'all 25 ist teuer und wird dann gezogen, wenn die Volumen aufgebraucht sind oder das Paket abgelaufen ist und kein neues gebucht wurde. Das Paket erneuert sich automatisch immer am gleichen Tag des Monats vorausgesetzt es ist genügend Guthaben geladen. Der Basistarif berechnet 25 ct/min + 20 ct für den Rufaufbau, 29 ct für eine SMS und 6 € pro Tag für Internet bis zu 5 GB. Man sollte seine Guthaben also gut über die App kontrollieren.

In beiden Tarifen sind bereits die Chat- und VoIP-Pässe enthalten. Damit kann auch im Roaming unbegrenzt gechattet und telefoniert werden einschließlich Video-Telefonie über alle üblichen Apps wie Viber, imo, WeChat, Skype, WhatsApp, Google Hangouts, Telegram, Facebook Messenger, LINE, Tango Messenger, FaceTime, Google Duo, ooVoo, ICQ, Rebtel, fring, Vodafone Message+, Vodafone Call+, Talk Home App, Voxofon, JusTalk.

Es können dazu gebucht werden:

  • Vodafone Music Pass: für unbegrenztes Audio-Streaming mit Tidal, Spotify, Apple Music, Deezer oder Soundcloud für 3 €
  • Vodafone Video Pass: für unbegrenztes Video-Streaming aller Quellen, die auf 480p herunterskaliert werden für 10 €
  • SMS-Paket mit 500 SMS für 3 €
  • Travel Europa Paket (gültig in der EU) mit 5 GB für 7 Tage zu 2,99 €

Travel Europa Paket

Nachdem Vodafone wohl flächendeckend eine Volumen-FUP eingeführt hat und nur noch begrenzt ohne Aufpreise aus den Inlandspaketen Daten im Roaming abgibt, werden darüberhinaus 0,43 ct pro MB gezogen. Damit sind die Angebote nicht mehr sehr attraktiv. Allerdings kann man sich dauerhaft das Wochenroamingpaket mit 5 GB in Deutschland und der EU sichern. Dazu kündigt man über App oder Onlineprofil alle monatlichen Tarifoptionen und lädt nur noch bei Bedarf das Wochenpaket auf.

Aufladungen sind bei Vodafone Italia überraschenderweise weder mit einer deutschen Kreditkarte noch einem deutschen PayPal Account möglich gewesen. Die o.g. Umgehung über einen ital. PayPal funktioniert aber. Wie lange Roaming noch ohne FUP möglich sein wird, kann nicht vorhergesagt werden. Man muss jedoch mit einer Einführung rechnen.

Daneben hat Vodafone noch andere Tarife bis zur unbegrenzten Datenflatrate. Diese haben aber hohe Aufpreise für echtes Prepaid und Abschläge für Bindung an Kreditkarte oder Konto, die wohl italienisch sein müssen. Zwar kann davon ausgegangen werden, dass auch bei anderen Tarifen die FUP (noch) nicht umgesetzt wird, eine direkte Bindung an ein Bezahlsystem aber im Fall der Umsetzung ein hohes Kostenrisiko bedeutet, wovon abgeraten werden muss.

Portierungstarife (Operator Attack)

Wie schon im allgemeinen Teil oben erwähnt, stellen diese als Operator Attack bezeichneten Portierungstarife, die Vodafone Special nennt, momentan das günstigste Angebot im italienischen Markt dar. Sie liegen noch unter den Neukundentarifen. Mit etwas Markt- und Sprachkenntnissen ist es auch möglich, diese Tarife ohne Portierung im Laden als "unter dem Tresen" Ware zu bekommen. Notfalls kann man sich auch zunächst eine Iliad-SIM aus dem Automaten ziehen und sie danach portieren. Die momentanen Portierungsangebote starten bei Vodafone 2019 bei ca. 5,99 € für 50 GB mit Sprach- und SMS-Flat im echten Prepaid mit Aufladung. Die Verfügbarkeit ist allerdings etwas begrenzt und auch vom individuellen Verhandlungsgeschick und der Laune des Vodafone-Mitarbeiters im Laden abhängig.

Übersee-Roaming

Neben den Travel EU Paket mit Roaming in der EU/EWR (s.o.) bietet Vodafone noch eine Reihe interessanter Roamingpakete für Übersee an:

  • Smart Passport+: 500 MB, 30 eingehende und 30 abgehende Minuten, 60 SMS bis Mitternacht MEZ zu 3 € in den USA und Kanada
  • Smart Passport+: 200 MB, 15 eingehende und 15 abgehende Minuten, 60 SMS bis Mitternacht MEZ zu 3 € in Albanien, Monaco, Schweiz und Türkei
  • Smart Passport+ Mondo: 300-500 MB je nach Land , 15 eingehende und 15 abgehende Minuten, 30 SMS bis Mitternacht MEZ zu 6 € in etwa 80 Ländern
  • Travel Mondo: gilt für 10 Tage mit 1-10 GB je nach Land, 100 eingehende und 100 abgehende Minuten und 10 SMS für 24,99 €

Das Travel Mondo Paket für die USA und Kanada mit 10 GB für 24,99 € ist dabei besonders attraktiv. Die Pakete können per App oder online Account auf jede Vodafone Smartphone SIM gebucht werden.

Warnung

Vodafone ist zwar nicht so zugänglich für Drittanbietern wie WINDTRE oder TIM. Fängt man sich solche Dienste aber ein, sollte man generell die Mehrwertdienste sperren. Dazu muss man in seinen online Account gehen oder den Customer Support anrufen. Bisher findet keine Umsetzung der Roaming-FUP, wie sie offiziell angegeben wird, statt und sämtliche Inlandsvolumen sind auch in Deutschland nutzbar. Dies könnte sich kurzfristig ändern. Einigen Usern wurde der Datenzugang dennoch gesperrt.

Das hatte aber bislang andere Gründe: Man sollte besser keine Speedtests zu Vodafone Italia Servern machen, z.B. auf speedtest.net, weshalb auch immer. Diese Sperre kann durch einen Rückruf einer Spezialabteilung, per Kundenservice vereinbart, aufgehoben werden.

Wie bei TIM kann das Guthaben ins Minus geraten mit einem Monatspreis. Lädt man nicht rechtzeitig auf, ist dies der Fall, der Datenverkehr wird unterbrochen bzw. für "Notdaten" noch zusätzliches Guthaben abgezogen. Dies muss man sozusagen auslösen, wenn man den Tarif wieder aktiviert. Dabei verschiebt sich der monatliche Erneuerungstermin nicht und man hat nur noch den Restmonat für das Volumen verfügbar.

Außerdem aktiviert Vodafone einige zunächst kostenfreie Dienste auf der SIM bei Neukauf, wie Rete Secura (Secure Net) oder das Vodafone Happy Black Bonusprogramm, die zunächst kostenfrei sind, aber nach einigen Wochen kosten, wenn man sie nicht vorher im online Account deaktiviert. Dazu muss man die SIM online bei Vodafone registrieren und einen Account erstellen. Diese Dienste sind hinter den Servizi attivi versteckt und dort abwählbar. Seit 2019 wird der Basistarif Vodafone 25 aktiviert, der dann greift, wenn kein aktives Paket gebucht wird und bis zu 1,99 € pro Monat für nichts kosten kann.

Links

Coop Voce

neues Logo

Coop Voce ist ein Reseller oder MVNO im TIM-Netz in 2G, 3G und 4G/LTE. Es wird von der Coop-Handelskette ähnlich wie unsere Supermarkt-Marken von Aldi oder Lidl nur in den Filialen von Coop vertrieben. Coop Voce ist in dieser Form einzigartig, da sie bisher keine FUP spezifizieren und sie deshalb auch nicht umsetzen. Sie nennen zwar grob Richtlinien, aber keine Volumen oder Zeit für eine Begrenzung. Daher kann auch hier das komplette italienische Volumen im deutschen Roaming ohne Aufpreise verwendet werden. Im Jahr 2020 wurde Coop Voce zum "full MVNO", was einen SIM-Tausch für Bestandskunden zur Folge hat. Das Logo wurde etwas überarbeitet.

Coop Voce benutzt bisher das gleiche Roaming-Gateway wie TIM in den deutschen 2G/3G/4G-Netzen von Telekom und 2G/3G/ von Telefónica mit voller Geschwindigkeit. Die Priorisierung liegt unverständlicherweise im 3G von o2, sodass man händisch auf Telekom und LTE wechseln sollte. Man muss auch u.u. nach dem ersten Einlegen der SIM die APN händisch auf die Adresse 'web.coopvoce.it' ändern, weil auf der SIM bisher nur die TIM-eigene vorgespeichert ist, die aber nicht geht. Gleichzeitig sollte man die anderen TIM-APNs löschen, da einige Geräte sonst Probleme beim Tethering machen und die Hotspot-Nutzung verweigern.

altes Logo

Coop Voce hat meist nur einen Tarif als beworbene Promotion, die in monatlicher Folge wechselt. Man sollte zunächst auf der Website bestellen, denn dabei werden alle Daten bereits online erfasst. Ansonsten kann man es auch vor Ort in der Filiale machen. Man kann seinen deutschen Ausweis oder Pass angeben, muss aber eine (notfalls fiktive) ital. Adresse und Telefonnummer nennen, die aber nicht existieren muss, denn darauf wird man nicht angerufen. Man kann das sich an die angegebene ital. Adresse liefern lassen, wo man sich ausweisen muss beim Empfang. Darum kann man keine Postweiterleitung beauftragen. Alternativ geht auch eine Abholung in einer Filiale, die man sich beliebig aussuchen kann. Bis zur Abholung muss auch nichts bezahlt werden.

Vor Ort in Italien muss man dazu eine Coop-Filiale finden, die auch Coop Voce verkauft (Karte). Das ist nicht in allen Märkten der Fall, sondern nur in den größeren auf dem Link.. Für den Kauf im Markt braucht man seine ggf. Bestellbestätigung, Reisepass (ist besser, weil da keine Adresse drin steht, sonst Ausweis), die Codice Fiscale (als Ausdruck) und ggf. bei Portierung die alte SIM, etwas Zeit und 10 € Aktivierungsgebühr, von denen 5 € auf der SIM vorgeladen sind. Man kann sie auch ohne Bestellbestätigung holen, muss dann aber alle Angaben vor Ort machen.

Promotarif: Top20, 30, 40, 50

Coop Voce hat jeweils einen stark beworbenen Promotarif. Alle Neukunden werden darauf gebucht. Der wechselt allerdings alle 1-2 Monate. Man kann in diesen Tarif dauerhaft bleiben oder später auch in einen dann aktuellen Tarif für 9 € Aufpreis wechseln.

Ihre aktuellen Promotarife schwanken jeden Monat etwas momentan so zwischen Top20 mit 20 GB für 8 € und Top50 mit 50 GB für 10 € incl. Sprach-Flat und 1000 SMS pro Monat. Man muss also zunächst oft einen kleineren Tarif kaufen und darf dann, wenn ein größerer angeboten wird, für 9 € wechseln.

Weil es keine FUP gibt, können alle Volumen (Daten, Gespräche und SMS) komplett in Italien wie in Deutschland genutzt werden. Man kann dann auch nach einem Monat aktiv zu anderen Tarifen wechseln oder ihn bis zu 30 Tagen pausieren lassen (indem man solange nicht auflädt). Ungenutze Volumen können nicht übertragen werden.

Die Erstaktivierung kostet 10 €, wobei 5 € als Guthaben vorgeladen sind, nicht aber das Tarifpaket. D.h. man muss zunächst aufladen. Dies geht über die Website oder die App auch mit vielen (aber nicht allen) deutschen Kreditkarten ab 5 €. Der Tarif kann über die App geführt werden, die in italienischen Web-Stores erhältlich ist oder für Android auch hier. Daneben geht es auch über Codes und dem Online-Bereich auf der Website. Die Guthabenstände erfährt man nach dem Senden einer leeren SMS an die 4243688 (im Roaming keine Vorwahl erforderlich). Alle Aktionen werden mit einer SMS bestätigt.

Der Tarif erneuert sich nach einem Monat, wenn genügend Guthaben vorgeladen wurde immer am gleichen Tag. Sind die Paketvolumen aufgebraucht, wird nach dem Basistarif Veloce Coop abgerechnet: 17 ct/min, 12 ct pro SMS und der Datenverkehr wird unterbrochen. Billiger ist es aber, das Tarifpaket vorzeitig zu erneuern über den Befehl 'RINNOVA <Tarifnamen>' an die 4243688 oder in der App. Reaktiviert man den Promotarif verspätet innerhalb des Monats, verschiebt sich der Erneuerungstermin entsprechend. Man sollte aber den Tarif nicht mehr als 30 Tage unaktiviert lassen, da er sonst komplett deaktiviert wird. Man kann darauf allerdings einen anderen Tarif je nach dann laufender Promotion aktivieren für 9 € Zusatzgebühr.

Easy

Daneben gibt es auch immer einen kleineren Tarif, in den man wechseln kann und der Easy heißt. Dazu schreibt man "SI EASY" an die 4243688. Ab den 15.10.20 hat Easy 3 GB, 300 Minuten und 300 SMS für 4,50 € im Monat. Er eignet sich also gut für deutsche Durchschnittsnutzer.

Datenpakettarife

Coop Voce hat auch die reinen Datentarife verbessert, die man ohne Aktivierungsgebühr auf einen Basistarif Veloce Coop buchen kann:

  • Web 3Giga: 3 GB für 1 Monat: 3 €
  • Web 10Giga: 10 GB für 1 Monat: 8 €
  • Web 20Giga: 20 GB für 1 Monat: 12 €
  • Web 10Giga 12mesi: 10 GB pro Monat für 1 Jahr: 69 € (für die gesamte Zeit)
  • Web 20Giga 12mesi: 20 GB pro Monat für 1 Jahr: 99 € (für die gesamte Zeit)

Auch diese Volumen können komplett in Deutschland genutzt werden. Aktiviert werden sie über die App, den online Bereich oder eine SMS mit "SI <Tarifname>" an 4243688. Die Pakete erneuern sich monatlich bzw. jährlich und können per App oder online wieder deaktiviert werden. Sie sind allerdings nicht gleichzeitig mit einem Promotarif kompatibel und können nur auf den Basistarif gebucht werden. Das Paketvolumen erfährt man über die App, den online Bereich oder per Befehl 'INTERNET' an die 4243688.

Roaming (USA, Schweiz)

Für die USA gibt es seit 2019 günstiges Roaming in einem Paket, das zu jedem Tarif zugebucht werden kann: Welcome USA. Es enthält 4 GB Daten, 300 Minuten und 300 SMS gültig für 15 Tage für 15 €. Aktivierung kann per App oder SMS 'SI WELCOME USA' an die 4243688 erfolgen.

Ähnliches gibt es seit 2020 für die Schweiz mit Welcome Swiss und 1 GB Daten, 100 Minuten für 7 Tage zu 5 €. Gleiche Aktivierung wie das USA-Paket nur statt USA kommt SWISS in die SMS.

SIM-Kartenwechsel 2020

Coop Voce ist sicher näher an der deutschen Vorstellung von Prepaid und erscheint als zunächst unkompliziertere Variante zu Vodafone. Von einer FUP oder Begrenzung des Roamings ist bisher nicht die Rede. Allerdings wird Coop Voce 2020 ein "full MVNO" werden, d.h. das Billing von TIM übernehmen, was ihnen dann mehr Freiheiten eröffnen könnte, Roaming zu begrenzen oder zu berechnen. Dazu ist für Bestandskunden ein SIM-Kartenwechsel erforderlich, der kostenlos ist. Da die SIM nur an ital. Adressen verschickt wird, muss man dies in einer Coop Filiale erledigen. Bei einem Neukauf sollte man also besser gleich auf eine neue SIM achten, die Coop Voce Evolution heißt. Wie lange die alten SIMs noch weiterlaufen, bevor sie abgeschaltet werden, kann bisher nicht gesagt werden. Doch ist davon auszugehen, dass der Wechsel noch das ganze Jahr 2020 in Anspruch nehmen wird. Bei den neuen SIM-Karten ist bisher keine Veränderung im Roamingverhalten festgestellt worden.

TIM (Telecom Italia)

Tim.jpg

TIM als Mobilfunkmarke der Telecom Italia war bis zur Fusion von WindTre der Marktführer in Italien. TIM hat in Italien ein gutes Netz. Das Roaming in Deutschland läuft in den 2G, 3G und 4G-Netzen von Telekom und 2G/3G/(4G) von o2 ab. Insbesondere gegen das LTE-Netz von Telefónica gibt es ein hohe Steering und Einbuchen ist oft unmöglich.

TIM wendet eine Volumen-FUP an, die etwas über dem gesetzlichen Minimum liegt und beschränkt auch im Dauertest nicht durch eine Zeit-FUP, obwohl sie das im Kleingedruckten androhen. Da inzwischen alle Tarife mit derartigen Volumenbeschränkungen (FUP) versehen wurden, kann man davon ausgehen, dass sie auf eine Zeitbeschränkung wohl (zunächst) verzichten werden.

Momentan hat TIM die Volumen-FUP-Regelungen zum Roaming am weitersgehenden umgesetzt. Diese Volumen schwanken allerdings nach Tarif sehr beträchtlich von 1-2,50 €/GB und sind in den Details der Tarifbeschreibung zu finden. Wegen der relativ engen FUP lohnen ihre Combo-Tarife hier weniger und werden nicht gesondert aufgeführt. Besser sind ihre reinen Datentarife für Tablets und Laptops, die auch in Handys gehen und im April 2019 neu überarbeitet wurden.

Internet 100GB per 6 mesi

Dieser Tarif umfasst 100 GB in Italien oder FUP-geregelte 50 GB in der EU für die kompletten 6 Monate (180 Tage). Die Gebühr beträgt 49,99 € für den Gesamtzeitraum. Tethering bzw. mobile Hotspot-Nutzung ist zugelassen und LTE läuft in maximaler Geschwindigkeit. Der Tarif enthält keine inkludierten Minuten oder SMS. https://www.tim.it/offerte/mobile/internet-su-misura-te/internet-100gb-6-mesi

Neukunden können eine neue SIM-Karte im TIM-Laden für 25 € aktivieren. 20 € davon werden als Guthaben gutgeschrieben, worauf man noch 30 € aufladen muss. Bestandskunden können über die App oder den online Bereich in diesen Tarif wechseln.

Nach Ablauf der 180 Tage erneuert sich der Tarif automatisch für 49 €, wenn genügend Guthaben aufgeladen wurde. Restvolumen werden dabei nicht übertragen. Verbraucht man mehr, kann man ihn auch vorher erneuern. Mehrverbrauch über den 50 GB werden im Roaming mit 0,549 Cent pro MB berechnet (5,50 € pro GB).

Es gibt noch eine weitere Version mit 200 GB für ein Jahr zu 99,99 €. Da hier die Roaming-FUP aber auch bei 50 GB liegt, ist der doppelte Preis nur mit der doppelten Laufzeit kaum zu rechtfertigen. Mit den 50 GB in 6 Monaten gibt TIM einen sehr flexiblen Tarif heraus, der das GB rechnerisch zu 1 € abgibt.

Wie Vodafone auch bietet TIM attraktive Roamingpakete für Bereiche außerhalb der EU an, die zu diesen oder anderen Tarife zugebucht werden können:

  • für die Schweiz: 5 GB, 500 Minuten pro Monat: 5 €
  • für EU und die USA: 4 GB: für 10 Tage: 25 €
  • für EU, USA, Kanada und Brasilien: 500 Minuten, 500 SMS, 10 GB pro Monat: 20 €
  • für 80 nicht-europäische Länder (einschl. Kuba!): 100 Minuten, 100 SMS, 500 MB für 10 Tage: 30 €

Diese Pakete können online oder über die App gebucht werden und auch vorzeitig erneuert werden.

WINDTRE (W3)

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WIND ist in Italien gerade mit Tre (3) zu einem gemeinsamen Netz fusioniert. Beiden Marken blieben aber bis März 2020 bestehen und erst danach als WINDTRE (W3) gemeinsam vermarktet.

In Deutschland roamt WINDTRE ungebremst in den 2G, 3G und 4G/LTE-Netzen von Telekom und Telefónica. Es gibt ein gewisses Steering zu Telekom und Telefónicas LTE-Netz kann gelegentlich Probleme mit dem Upload machen. Die Leitung des Datenverkehrs über Italien führt zu einer leicht erhöhten Latenz von ca. 70 ms.

WINDTRE-SIM-Karten kann man auf der ital. WINDTRE-Homepage in einen ital. WINDTRE Store zur Abholung bestellen. Man kann dabei die Bezahlung erst im Shop auswählen. Dadurch ist man vor Überraschungen oder "Zusatzangeboten" geschützt und hat keine Kosten, wenn man die Bestellung nicht abholt, weil sie vom Besteller her unverbindlich bleibt. Beim Bestellvorgang wird die Angabe einer ital. Telefonnummer gewünscht, was etwas absurd ist, denn eine solche will man ja erwerben. Da WIND einem darauf nicht kontaktiert, kann man irgendeine (z.B. die vom Hotel) angeben.

Bis 2018 wurden alle Paketinhalte von WIND wie im Inland auch im Roaming mit 4G/LTE herausgegeben. Dabei bestand keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Seitdem hat aber WIND begonnen, die Datenmenge im Roaming mit einer Volumen-FUP auf den üblichen EU-Satz zu begrenzen. Diese Grenzen sind auf dieser Seite ersichtlich. Bis zu diesem Volumenanteil ist Roaming ohne Aufpreise, darüber können 0,427 ct pro MB - also gut 4,27 € pro GB - aufgeschlagen werden. Bis 2018 waren davon nur einige Tarife betroffen und es werden 2020 nur noch 4,7 GB pro 10 € Monatspreis ohne Aufpreise im Roaming abgegeben, seit 2019 gilt das auch für alle neuen Abschlüsse und die restlichen Bestandskunden, die darauf 2019 migriert wurden.

Weil WINDTRE doch etwas mehr Aufwand bedeuten als viele anderen Anbieter und seit einiger Zeit nur noch die FUP-Volumen nach der EU-Regelung aufpreisfrei herausgibt, können sie nicht mehr empfohlen werden.

Fazit

Italienische SIM-Karten können angesichts des Preiskampfs südlich der Alpen eine billigere Alternative für Deutschland darstellen. Lange lag WINDTRE vorne mit Preisen, was sich 2018 durch die Einführung einer Volumen-FUP bei WIND änderte. TIM hat inzwischen eine sehr variable FUP ab 1€/GB je nach Tarif. Vodafone nannte zwar schon länger eine EU-konforme FUP und setzt sie seit 2020 auch um, sodass nur noch ihr Wochenpaket mit 5 GB für 2,99 € für Deutschland interessant ist. Als Alternative hält momentan Coop Voce mit ähnlich niedrigen Preisen, je nach aktueller Promotion ab 0,20€/GB dagegen. Allerdings kann hier der LTE-Zugang nicht ganz so zuverlässig und schnell wie bei Vodafone sein.

Italienische SIM-Karten sind nicht ganz einfach zu handhaben. Zu einen ist da die erforderliche Italien-Reise mit teilweise launischen Verkäufern, die gerne noch eine Zusatzgebühr erfinden. Dann gibt es die sehr "gesprächigen" SIM-Karten selbst, diverse Eigenarten und durchaus einige Fallstricke wie z.B. den Basistarif, generell eher unflexible Tarife, technische Mängel beim LTE-Upgrade oder das schwierige Aufladen, die einem das Vergnügen trüben können, insbesondere, wenn man selbst kein italienisch spricht.

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